Tägliche Archive: 30. Mai 2014


The artist formerly known as … 17 Tipps für die Namensfindung 3

Namensfindung„Wie soll ich dich denn jetzt nennen?“

Einen neuen Namen zu finden, ist ganz einfach. Es gibt ja ganz viele Seiten mit Vornamen, da kannst du dir einfach einen aussuchen. Hier findest du zum Beispiel gleich 21.584 Jungen- und 24.237 Mädchennamen. Hehe. :-)

Wenn du also noch gar keinen Plan hast oder dir unsicher bist, welchen Namen du in Zukunft verwenden willst, musst du die Auswahl einschränken oder das Problem ganz anders angehen.

Mein Rat ist: Nicht alle Kriterien werden für dich wichtig sen, also schau mal, welche zu dir passen und welche nicht so sehr. Und dann mach dir Notizen zu den einzelnen Punkten, so hältst du alle Ideen fest und kannst sie später auswerten.

Warum in die Ferne schweifen?

1. Dein allererster Einfall

Die intuitive Variante. Was ist dir eingefallen, als du das erste Mal darüber nachgedacht hast? Oder: Welcher Name fällt dir jetzt als allererstes ein?

2. Früher

Hattest du früher schon einen anderen Namen für dich?

3. Fantasie

Wenn du dir Geschichten ausgedacht hast, welche Namen hast du dann verwendet? Hast du ein Alter Ego in Tagträumen?

4. Dein Umfeld

Mit wem kannst du darüber reden? Befrag deine Freunde und deine Familie, welchen Namen sie für dich hätten. „Welcher Name würde zu mir passen?“ – Manchmal haben sie verblüffende Ideen. (Du kannst dir nicht vorstellen, wie viele neue Bekannte mich unabhängig voneinander Steffen genannt haben.)

Vielleicht magst du auch deine Eltern bzw. Sorgeberechtigten Vorschläge machen lassen. Oder leg ihnen deine Engere-Wahl-Liste vor und lass sie einen aussuchen. Das will natürlich nicht jede*r, aber mancher/manchem ist es wichtig, die Eltern miteinzubeziehen, weil sie ja normalerweise den Vornamen aussuchen.

5. Spitznamen

Wenn du einen Lieblingsspitznamen hast: Gibt es einen Namen, der dazu passen würde? Der Vorteil: der Name ist dir schon mehr vertraut und du musst dich nicht erst an einen neuen gewöhnen.

6. Dein alter Name in neu

Eine ganz einfache Abwandlung, falls das mit deinem alten Namen möglich ist: Martin –> Martina, Michelle –> Michael, Jan –> Jana. Auch hier hast du den Vorteil, dass der Name dir vertraut ist. Der Nachteil: Wenn Menschen wissen, dass du trans* bist, werden sie vielleicht genau diesen Rückschluss ziehen und so was sagen wie: „Stefan, hm? Dann hießt du bestimmt mal Stefanie?“ Wenn du deinen alten Namen geheim halten willst, ist das also keine so gute Variante.

7. Familienbande

Meine Geschwister haben die gleichen Initialen. Mir war’s wichtig, das beizubehalten. Gibt es in deiner Familie ähnliche Traditionen? Wenn ja: willst du sie weiterführen oder mit ihnen brechen?

Gibt es in deiner Verwandschaft oder unter deinen Vorfahren jemanden, nach dem bzw. der du dich benennen möchtest? Vielleicht als Zweitnamen?

8. Abgucken

Alter Trick: Schau dir einen Film an und bleib bis ganz zum Ende sitzen. Scann den Abspann. Vielleicht entdeckst du ganz neue Namen, die du noch nicht kanntest, oder dir fällt ein gewöhnlicher Name immer wieder auf. Auch gut: Ab in die Buchhandlung, in Namensbüchern schmökern. Dabei helfen auch Tipps 9-11.

Suchkriterien

9. Historisch korrekt

Naja, der Titel ist natürlich nicht ganz ernst gemeint.

Du könntest deinen Namen passend zu deinem Geburtsjahr wählen. Hier findest du die beliebtesten Vornamen nach Jahren und nach Jahrzehnten. Das ist besonders praktisch, wenn du später möglichst unauffällig leben willst, denn als 50jährige Chantal bzw. als 50jähriger Tyler (bei deutschen Vorfahren) wirst du eher mal nach der Herkunft deines Vornamens gefragt.

Zeitlose Namen: Anna, Jonas, Maria (mit Abwandlungen wie Marie, Mia), Michael, Philipp (mit unterschiedlichen Schreibweisen), Julia sind zum Beispiel eigentlich immer beliebt.

10. Herkunft

Klare Sache: Ausländischer Vorname und deutscher Nachname klingen komisch. Italienische, englisch und französische Vornamen bilden hier wohl eine Ausnahme, weil sie in Deutschland schon länger üblich sind. Die Frage „Ostdeutschland oder nichtdeutscher Elternteil?“ werden sich manche Leute trotzdem stellen. Wenn du Möller heißt und einen nigerianischen Erst- und einen finnischen Zweitnamen wählst, wirst du wohl verwirrte Blicke ernten.

Fun fact: Frauen scheinen öfter französische, Männer öfter englische Namen zu bevorzugen. Geht’s dir vielleicht auch so? Dann kannst du die Suche schonmal eingrenzen! Nach Herkunftsland oder -region kannst du zum Beispiel hier und hier suchen.

11. Klang

a) Nachname

Am schönsten ist es, wenn Vokal am Ende des Vornamens und Vokal am Anfang des Nachnamens nicht aufeinander treffen, zum Beispiel so: Eva Adenauer. Oder Zischlaut auf Zischlaut wie in Jonas Schönwald.

b) Zweitnamen

Wenn du mehrere Vornamen willst, sprich sie direkt hintereinander inklusive Nachnamen vor. Aus Maria Jana wird dann vielleicht wegen des besseren Klangs Jana Maria. Welchen du dann als Rufnamen nimmst, ist egal.

c) Aussprache

Wenn dein Vorname englisch und dein Nachname französisch ausgesprochen werden sollen, kriegt man schnell Knoten in der Zunge. Eine allzu unterschiedliche Aussprache klingt also oft nicht so toll.

Bürokratie

12. Wie viele?

In Deutschland sind Vornamen auf maximal fünf begrenzt. Denk aber daran, dass du auf wichtigen Dokumenten (zum Beispiel bei vielen finanziellen Dingen) alle Namen aufführen musst. Ein bisschen Auswahl ist aber nicht unbedingt schlecht, falls du mal den Rufnamen wechseln willst.

13. Geschlechtsneutral

Nicht nur praktisch, wenn du dich eher zwischen den Geschlechtern siehst oder nicht so sehr geschlechtlich wahrgenommen werden willst. Du musst in Deutschland seit ein paar Jahren keinen eindeutigen Vornamen mehr tragen. Ausnahme: Namen wie Markus für eine Frau und Jana für einen Mann sind nicht erlaubt. Der Name darf also nicht zu einer falschen Geschlechtszuordnung führen. Bei ausländischen Namen gilt das entsprechend dem Ursprungsort (z. B. ist Andrea in Italien ein Männername).

14. Bis wann muss ich mich entscheiden?

Du kannst dich noch bis zum Termin beim Amtsgericht umentscheiden.

Gesunder Menschenverstand

15. Eigentlich logisch, aber …

… überleg dir, ob du wirklich Lust hast, deinen Namen jedes Mal zu buchstabieren. Das mag am Anfang Spaß machen, aber wenn der neue Name nicht mehr ganz neu ist und du jedes Mal F-R-E-D-E-R-I-Q-U-E-Bindestrich-C-O-N-S-T-A-N-Z-E sagen musst, reicht’s auch irgendwann.

16. Eigentlich noch logischer

Dein Name muss dir gefallen. Vielleicht ist dir die Herkunft wichtig, vielleicht die Verbindung zu deiner Familie, vielleicht die Bedeutung. Alles in allem leben Namen vom Klang, das heißt, auch wenn du die Bedeutung „Glück“ schön und passend findest, musst du den Namen Lykke täglich hören.

17. Abschließend eine kleine Warnung

Probier auch mal die Initialen aus. Wenn etwas wie NS, SS oder KZ rauskommt (oder etwas Witziges wie WC, BH oder gar CDU), willst du diese Varianten vielleicht streichen. Du darfst natürlich trotzdem dabei bleiben, verboten ist es nicht! Es ist nur besser, das vorher zu wissen, bevor dich irgendwer damit aufzieht und du es nicht mehr ändern kannst.

 

Alle Vornamen-Nachnamen-Kombinationen sind absolut frei erfunden. Ich habe absichtlich Namen gewählt, bei denen ich keine konkrete Person vor Augen habe.

Wie bist du auf deinen Vornamen gekommen? Falls du noch keinen neuen hast: Welche Ideen hast du? Und welche Kriterien sind dir wichtig?
Namensfindung