Bin ich transsexuell? – Woran du das merkst (und woran eher nicht) 66


Strichmännchen kratzt sich am Kopf. Im Hintergrund verlaufen bunte Fäden in alle Richtungen.Woran erkenne ich, dass ich transsexuell bin? Mein erster Artikel bei im-falschen-koerper.de ist gleichzeitig einer der schwierigsten.

Ich schreibe heute über ein paar Indizien und den einzigen Weg, die richtige Antwort zu finden.

Als erstes werde ich dich vielleicht ein bisschen enttäuschen und deine Erwartungen dämpfen.

Wenn du über eine Suchmaschine genau bei dieser Frage hier gelandet bist, hast du es vielleicht in den anderen Ergebnissen schon gelesen: Leider kann dir das niemand von außen beantworten. Keine Ärztin, kein Therapeut, weder deine Eltern noch deine besten Freunde. So etwas beantwortet auch kein Test, wo du etwas ankreuzen musst.

Indizien

Es gibt eine ganze Reihe von „Indizien“, die man oft in Lebensläufen von Transsexuellen findet. Typisch sind:

  • Ich wollte als Kind keine Kleider tragen.
  • Ich habe immer mit Puppen gespielt.
  • Ich war nie ein typisches Mädchen/nie ein typischer Junge.
  • Alle haben immer gesagt, an mir ist ein Junge verloren gegangen.
  • Usw.

Das sind wirklich bloß Indizien. Es gibt eine ganze Menge nicht transsexuelle Menschen, die das Gleiche sagen. Lass dich nicht in einen „Ich war schon immer viel transsexueller als du“-Wettbewerb hineinziehen.

Ich find’s völlig in Ordnung, „ich hatte/war ja schon immer …“ zu sagen. Aber lass dich nicht davon verunsichern, wenn du so etwas nicht sagen kannst. Ich hatte nie ein Problem mit Kleidern und meine Brüder haben gerne mit Puppen gespielt.

Wenn das so also nicht geht: Wie findet man heraus, dass man transsexuell ist?

Da gibt’s eigentlich nur eine Möglichkeit. Bauchgefühl.

Aber bevor ich das erkläre, noch eine Überlegung.

Stell dir mal vor, du wärst ganz alleine auf der Welt.

Halt mal kurz inne, bevor du weiterliest. Stell es dir wirklich mal vor.

Wenn du ganz allein auf der Welt wärst, welches Geschlecht hättest du dann? Oder wäre es dann sowieso egal? Würdest du etwas an dir verändern wollen?

Bauchgefühl

Wow, allein darüber könnte man Bücher schreiben. Einmal die Kurzfassung:

Der Bauch ist der Sitz deiner Gefühle. Und darum geht es ja bei Transsexualität: um ein Gefühl, das niemand von außen beweisen kann.

Wie gut kommst du mit deinem Bauchgefühl aus? Kennst du es und vertraust ihm? Oder kannst du es nicht so gut spüren? Fängst du sofort an, nachzudenken, wenn ich dich jetzt frage: Wie geht es dir? Denkst du darüber nach oder spürst du es?

Ob du männlich oder weiblich oder etwas dazwischen bist oder dich geschlechtlich überhaupt nicht einordnest, kann keine Kopfentscheidung sein. Der Verstand hat da nichts zu suchen, der kennt eh nur, was er sieht und was auf deiner Geburtsurkunde steht. Versteh mich nicht falsch: Dein Verstand ist ein guter Berater und absolut unverzichtbar, aber dir zu sagen, was du fühlst und ob du transsexuell bist oder nicht, geht weit über seine Kompetenz.

Wie du dich selber aushältst

Vielleicht gehörst du zu denen, die sich selber nicht gut aushalten können und mit ihrem Bauchgefühl gar nicht in Kontakt treten können. Das geht am besten mit ein paar Minuten Ruhe und einer Hand auf dem Bauch. Wenn du die Hand mal hierhin, mal dorthin legst, merkst du bald, wo du dich am besten spüren kannst.

Kennst du dein Bauchgefühl und kannst es nicht wirklich „festhalten“, entgleitet es dir nach Sekunden? Oder sogar nach dem Bruchteil einer Sekunde? Erst einmal: Schön, dass du es schonmal ein bisschen spüren kannst. :-) Wirklich.

Dich zu spüren, ist ganz einfach eine Übungssache. Wenn du für den Bruchteil einer Sekunde deine Gefühle wahrnehmen kannst – gut. Vielleicht geht es nächstes Mal eine Millisekunde länger. Und dann noch eine Millisekunde. Das ist okay. Wichtige Dinge brauchen Zeit.

Welches Geschlecht habe ich beim Zähneputzen?

Die Frage klingt natürlich absichtlich ein bisschen absurd. Ich habe sie mir ein Jahr lang gestellt.

Natürlich ohne sie so auszuformulieren, sonst wäre mir schon früher aufgefallen, auf welchem Trip ich da bin.

Nachdem ich plötzlich der Frage „Bin ich transsexuell?“ nicht mehr ausweichen konnte, fing ich an, meine Gefühle auf Schritt und Tritt zu überprüfen. So etwas fragt man sich schließlich nicht alle Tage, und die Antwort war so wichtig. Ich habe mich männlich gefühlt, ganz tief drinnen in meinem Bauchgefühl. Aber das musste sorgfältig geprüft werden! Also habe ich es geprüft – beim Spazierengehen, in der Vorlesung, beim Sex, beim Treffen mit Freunden, beim Zähneputzen.

Und dann Panik geschoben, wenn ich mich mal nicht eindeutig männlich gefühlt habe. Vielleicht stimmte das alles doch nicht?

Was für ein Schwachsinn. Beim Zähneputzen ist mir mein Geschlecht mal so was von wuppe, was hat das denn damit zu tun?

Geschlecht ist nicht in jeder Situation wichtig. Wichtig ist es in sozialen Interaktionen: wenn wir mit Freunden zusammen sind, wenn wir auf der Straße angesprochen werden, wenn wir mit Partner oder Partnerin intim sind. (Okay, selbst da ist es nicht andauernd wichtig, aber auf jeden Fall eher als beim Zähneputzen.)

 

Soziale Zusammenhänge sind also am besten, um sich das zu fragen. Aber auch Momente, wo du mit dir alleine bist, wenn du dich fragen kannst, wie du dich unabhängig von allen anderen und dem ganzen sozialen Kram fühlst. Fantasien sind auch ein guter Ort dafür.

Fantasien

Tagträume sind ein guter Ort, um aus der Realität zu flüchten, wenn diese allzu harsch ist. Mit wem identifizierst du dich in Tagträumen? Das kann ein Indiz sein.

Ja, auch dieser Abschnitt enthält Indizien. Immerhin kann sich jede_r sich mal als Frau und mal als Mann vorstellen. Aber wenn du dir immer wieder Geschichten ausdenkst, in denen du dich mit dem anderen Geschlecht identifizierst, und das auch in deinen sexuellen Fantasien tust, dann ist das schon ein starkes Indiz.

 

Und das war’s mit diesem Artikel. Eine kurze Zusammenfassung:

  • Indizien: geschlechtsuntypisches Verhalten (nicht aussagekräftig), Fantasien (schon aussagekräftiger).
  • Wie wär das, wenn du ganz allein auf der Welt wärst?
  • Bauchgefühl, Bauchgefühl, Bauchgefühl.

 

Einen sehr schönen Beitrag zum Thema „Finde heraus, wer du bist“ gibt es übrigens bei transsexuell.de.

 

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66 Gedanken zu “Bin ich transsexuell? – Woran du das merkst (und woran eher nicht)

  • Rainbow

    1. Probier’s aus! Style dich als Mädchen/Junge (Ich kann da nicht mitreden. Ich bin queer und habe mich nie geschlechtsspezifisch gestylt.): Fühlt es sich gut an? (Der Tipp mit dem Bauchgefühl im Artikel ist der Entscheidende!) Richtig? Oder eher so als besonderer Thrill? Hast du das Gefühl, schauspielern zu müssen, also „lernen“ zu müssen, wie ein Mann/eine Frau sich verhält? Oder verhältst du dich wie immer? Verhaltensmuster prägen sich unbewusst ein, wenn Kinder sich an Erwachsenen orientieren. Wenn du glaubt „umlernen“ zu müssen, ist es vielleicht eher so, dass du bewusst versuchst, dir eine neue Identität „zuzulegen“. Das klappt auf Dauer nur, wenn für dich selbst klar ist, dass du eigentlich cis bist und eher ein Faible für Transvestie hast (Daran ist auch nichts schlimm!).

    2. Ansonsten bist du vielleicht auf der Suche nach dir selbst und zu glauben, ein bestimmtes Schema erfüllen zu müssen – ganz gleich ob als Cis- oder Transperson – könnte dich, wenn’s ganz hart kommt, in eine noch tiefere Krise stürzen. Mache dir bewusst, dass Menschen NIE „ganz Frau“ oder „ganz Mann“ sind, so wie man es in der Werbung sieht und in Kitschromanen liest. Das sind bloß Geschlechterstereotypen und die ändern sich auch immer mal (In den 1930er bis 1950er Jahren sollten Frauen z. B. „Vollweiber“ sein, in den 1960er und 1970er Jahren eher zierlich und mädchenhaft).

    3. Speziell wenn du den biologischen Körper einer Frau hast: Bist du sehr unzufrieden mit ihm? Findest du dich hässlich? Oder findest du dich hübsch, hast aber das Gefühl, dass alles noch viel perfekter sein könnte bzw. auch müsste? Beschäftigst du dich viel mit Essen? Bist du <16 und es beunruhigt dich, dass dir Brüste wachsen und die Hüften runder und dicker werden? Eigentlich fandest du dich so gut, wie du bisher immer im Leben warst. Oder findest du den androgynen Körper, wo man nicht weiß, ob Mann oder Frau, total cool und würdest gern auch so aussehen? Stichelst du gern über die kleinen körperlichen Schwächen anderer Mädchen? Oder wirst umgekehrt du oft gehänselt? Fühlt es sich beruhigend an, ein anderes Mädchen niedergemacht und zum Weinen gebracht zu haben? Ist es fast ein Sport für dich, einer anderen den Freund oder die beste Freundin "auszuspannen"? Trifft mindestens eins davon auf dich zu: Kettenrauchen, obwohl du gerade erst angefangen hast, Komasaufen am Wochenende, Kiffen sowieso, evtl. auch Härteres, du ritzt dir die Arme auf, wenn's dir schlecht geht oder du verprügelst gern Schwächere, um Dampf abzulassen?
    Wenn es so ist, versuche erst, diese Dinge zu regeln (Kann ja sein, das du trotzdem trans bist. Das eine hat nur nichts mit dem anderen zu tun!). Akzeptiere, dass es Probleme sind (Evtl. Kann man sie lösen!). Dich als Trans zu outen, wäre hierfür keine Lösung!

    4. Trifft das nicht auf dich zu und du bist dir trotzdem nicht sicher: Sieh's gelassen. Lass dich auch in Selbsthilfegruppen weder in die eine noch in die andere Richtung drängen (Der Tipp im Artikel, sich nicht mit "ich war schon immer viel transsexueller als du!" verunsichern zu lassen, ist ebenfalls sehr gut. Es gibt in der queeren Szene tatsächlich Leute, die versuchen, anderen alles auszureden – meist der unter 3. beschrieben Typ. Allerdings neigt dieser Typ manchmal auch dazu, andere zu Dingen zu verleiten, die denen eigentlich zu viel, zu extrem, zu schnell, nicht ihr Ding sind. Dabei geht es dann eher darum, Macht über andere auszuüben, sie "in ihr eigenes Unglück rennen zu lassen", evtl. auch Ausgrenzung und Schikanen von Dritten zu provozieren, usw.. ich meine, es gibt auch Leute, die versuchen, junge Frauen mit Essstörungen dazu anzustacheln, noch mehr zu hungern oder depressive Menschen zum Selbstmord zu überreden.)

    5. Leider treiben sich in der queeren Szene sehr viele problembeladene Leute herum. Einige dieser Leute sind sadistisch bzw. antisozial. Höre also in Selbsthilfegruppen und bei Szenekontakten immer auf dein Bauchgefühl. Halte Distanz zu Menschen, die dir irgendwie unangenehm sind, auch wenn es dir wichtig ist, in der Community akzeptiert zu werden!

    6. Es ist dein Leben, dein Körper! Tu exakt das, was dir gut tut! Renne nicht einer Mode hinterher! Du musst aber auch nichts an dir unterdrücken, das dir natürlich und ein wichtiger Teil deiner selbst zu sein scheint. Nichts, was niemanden anderen kaputt macht, ist falsch! Menschen, die sich an Äußerlichkeiten stören, stören sich auch an Hautfarben, an Sommersprossen oder daran, dass ein Mädchen gut in Mathe ist.

    Anmerkung von Philipp: Ich habe den Kommentar zurückdatiert, weil er so super ist, dass er oben stehen sollte. Hoffe, das ist okay. (Außerdem Absätze eingefügt zwecks Lesbarkeit.)

  • Phoebe

    Also was ich selbst erlebt habe und als starkes Indiz oder fast schon als Beweis ansehe, war die Frage meiner Therapeutin, ob ich nicht wesentlich glücklicher und zu friedener wäre, wenn ich immer als Frau leben könnte. Die Frage habe sofort bejaht und da hat es bei mir Klick gemacht. Vielleicht weil sie mich damit so überfallen hatte und ich nur spontan, gefühlsmässig reagieren konnte, ich weiß es nicht. Glück und Zufriedenheit sind keine Gefühle, die man an äußeren Faktoren festmachten kann, man kann nur sagen, ob man sie empfindet oder nicht. Aber man es, so wie ich, durchaus ableiten und die Gesamtsituation bewerten: Als Mann war ich unglücklich und unzufrieden, als Frau bin ich glücklicher und zufriedener als früher im Leben.
    Natürlich ist mein Leben jetzt nicht zu einem rosa Märchentraum geworden und ich laufe nicht mit einem Dauergrinsen rum. Genauso wie früher habe ich Ängste, Sorgen, Probleme und schlechte Laune, aber ich habe jetzt mehr Energie mich diesen Dingen zu stellen. Wenn man transsexuell ist und sich outet, dann löst das nur die Probleme, die man mit sich selbst und der eigenen Rolle in der Gesellschaft hat, mehr nicht. Alles andere bleibt davon unbeeinflusst und man muß sich dem trotzdem stellen. So zu mindestens meine Erfahrung.

    • Philipp Beitragsautor

      Hallo Phoebe,
      da hat deine Therapeutin dich ja gut überrumpelt. :-)

      Also, ich bin überzeugt, dass die Bewältigung von Problemen sehr viel leichter ist, wenn du mit dir selber gut zurechtkommst. (Wie du selbst sagst: du hast mehr Energie.) Wenn du erst einmal anfängst, so zu leben, wie du leben willst, setzt das Steine ins Rollen. Teilweise ganz allmählich.

      Manchmal hat das Outing unmittelbare Effekte (ich fühle mich wohler in meiner Haut, also muss ich mich selber nicht mehr so fertigmachen), manchmal mittelbare (Beziehungen zu anderen werden besser, wenn ich als Mensch klarer erkennbar bin).

      • Phoebe

        Sicherlich bin ich als Mensch jetzt klarer erkennbar und damit auch umgänglicher, aber es geht primär um Gefühle, z.B. das man sich nicht mehr verstecken muß, sondern befreit fühlt.

        Und das mit dem Überrumpeln ist etwas vereinfacht gesagt, ich lebe jetzt seit über einem Jahr komplett als Frau und vorher war es so, daß ich eigentlich nur noch als Mann arbeiten war und alles andere als Frau gemacht habe. So ein Spagat ist natürlich ungeheuer stressig und macht einen fertig, also war es irgendwo logisch diese Frage in den Raum zu werfen. Aber dann muß man selbst auch dazu stehen, immerhin kommt dann auch einiges auf einen zu, wenn man sich selbst dazu bekennt, daß man eigentlich zum anderen Geschlecht gehört. Und diesen Punkt zu erreichen ist nicht ganz leicht, bei mir hat es sehr lange gedauert und dieses lange Warten hat mich auch sehr belastet.

  • heiko

    Auch ich habe mich mit 51Jahren meiner Frau vor kurzem nach 30 jähriger Ehe geoutet,das ich mich als Frau fühle und jetzt eine Frau sein möchte. Vielleicht kann mir jemand Rat geben.

    • Philipp Beitragsautor

      Hallo Heiko,
      gibt es in deiner Nähe einen Stammtisch oder eine Selbsthilfegruppe? Du kannst auch mal nach Internetforen suchen. Es ist immer hilfreich, sich Gleichgesinnte zu suchen, bei denen man verstanden wird. Andere Transsexuelle können dir auch viele Tipps geben, welche Schritte du einleiten kannst, oder dir von ihren eigenen Geschichten erzählen.

      Die meisten – auch ich – empfehlen Psychotherapie als einen der ersten und wichtigsten Schritte (oder Beratung, falls du (noch) keine*n Therapeut*in suchen willst). Wenn die nächste Zeit nicht immer ganz leicht wird, gibt dir eine gute Therapeutin Rückhalt.
      Alles Gute!
      Philipp

  • Heiko2015

    Also ich habe mich was ich schon als Kind Geaute das ich lieber ein Mädchen sein möchte. Ich kann jeden Raten wen es nicht passt soll mich nicht angucken ! Ich habe in der Schule und auf der Straße angezogen. Was ich bis heute mache. Natürlich ziehe ich heute Frauensachen an.

  • ?

    ich stecke gerade in einem Prozess der mir neu ist und vor derem Ende ich angst habe.
    ich dachte immer, ich sei lesbisch. Doch immer wieder sah ich in den Spiegel und konnte mich nicht erkennen.
    ich bin kein Freund von Schubladen. vielleicht ist dieser Prozess erst deshalb so spät entstanden. Eigentlich möchte ich mich nicht einkategorisieren. aber ich hätte gerne eine dunkle stimme, einen drei tage bart und keine brüste.
    aber ich bin mir nicht sicher. woher soll ich wissen dass es nicht eine Laune ist?
    ich glaub, ich habe sowohl viele weibliche Seiten als auch männliche. was, wenn ich beides bin? das wäre ja nicht umsetzbar. abgesehen davon habe ich sehr konservative Geschwister und Eltern.
    meine Beziehungen waren bisher ausschließlich mit lesbischen frauen. so wie jetzt.
    meine Freundin mag frauen (Körper! ) keinen männlichen.
    so viele Ängste. so viele Fragen :/

    • Philipp Beitragsautor

      Hallo „?“,

      danke für deinen Kommentar – mutig, dass du das hier so offen legst. Das mit dem Spiegel, deine Überlegungen, das kenne ich.

      Kurz zu dem Satz, dass du nicht beides sein kannst. Ich weiß nicht, ob das die Richtung ist, in die du da denkst – aber ich kenne mehrere Leute, die sich als dazwischen oder als sowohl-als auch fühlen und das auch so leben.

      In München auf der Trans*Tagung hat eine Referentin mal eine Übung gemacht. Ein Raum, den vier Ecken war zugeteilt:
      1. Mann
      2. Frau
      3. Beides
      4. Ohne Geschlecht
      Jede*r konnte im Raum umhergehen, sich in jede Ecke „einfühlen“ und schließlich in einer stehen bleiben – nicht für ein Leben lang, nur für den Moment, wie es gerade gepasst hat.

      Ich würd grade echt gerne was sagen, das dir deine Situation im Augenblick etwas leichter macht, aber ich weiß nicht, was dir helfen würde. Eine Idee? :-)

      • ?

        Danke für die Antwort :)

        Mit 15/ 16 hatte ich mal ne Phase, in der ich mir eigentlich sicher war, transsexuell zu sein. Ich habe mir die Brüste angebunden, einen packer benutzt und mich „erkannt“ im Spiegel. mich gut gefühlt. aber ich denke, gerade in dem Alter ist man anfälliger für identitätskrisen. man weiß noch nicht genau wo es hin geht und wer man eigentlich ist. diese Gesellschaft möchte ja aber auch meist, oder oft eine klare Schublade für jeden. Aber so bin ich nicht. Ich passe in keine Schublade. und lasse mich von meinem inneren sich in keine stecken. aber ich weiß nicht, wie ich rausfinden soll welcher Körper am besten zu mir passt. ich mag brüste. aber (glaub ich) nicht an mir. und oft stelle ich mir mich als mann vor und fühle mich gut.
        aber der weg, der macht mir auch angst. meine Freundin zum beispiel. die wäre wahrscheinlich weg. meine Eltern würden mich für gestört halten und mein Bruder würde es als Aufforderung zum mich fertig machen empfinden. ich wäre der freak der Familie. das möchte ich nicht.

        wie war der weg genau bei dir?
        von dem ersten sich fragen bis zur Umsetzung?
        wenn ich fragen darf.

        • $

          Mir gehts genauso . Ich würd so gern beides sein .natürlich ist mir bewusst das dass nicht geht. Aber da liegt mein problem ich mag meinen körper und brüste auch . Aber ich frag mich ob ich sie auch an mir mag und das kann ich nicht sagen . Ich hoffe das das nur eine “ Phase“ ist. In meinen phantasien bin ich auch immer männlich

          • Philipp Beitragsautor

            Hallo $,

            danke für deinen Kommentar. Ich versuche mal, das in eigene Worte zu fassen, um zu sehen, ob ich dich richtig verstanden habe. Ich verstehe dich so, dass du dich einerseits gar nicht unwohl mit deinem Körper fühlst und dir andererseits gut vorstellen kannst, als Mann wahrgenommen und mit „er“ angesprochen zu werden. Ist das (teilweise) richtig so?

            Mir ist der Satz ins Auge gesprungen: „natürlich ist mir bewusst das dass nicht geht.“ Ich weiß nicht, ob es hilft, aber ich erzähl einfach mal von meiner Erfahrung dazu. Ich stelle mir das so vor, dass es beim empfundenen Geschlecht zwei Skalen gibt: eine, die von ganz männlich bis ganz weiblich reicht, und eine, die von „eindeutig“ über „weder noch“ bis zu „gar keine geschlechtliche Einordnung“ geht. Und ich kenne Menschen überall auf diesen Skalen.

            Alles Gute für dich!
            Philipp

  • jc

    Mir geht es derzeit genauso wie „?“
    Fragen über fragen… Wer bin ich? Was bin ich?
    Bei mir kam der Stein ins rollen, als mich meine Frau (ich bin seit 2011 in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft) vor kurzem urplötzlich fragte ob es sein kann das ich trans bin. Ich war nicht fähig ihr darauf eine Antwort zu geben, weder ja noch nein.
    Ich bin generell ein sehr rational denkender Mensch, und brauch immer am besten sofort antworten auf offene fragen, von daher ist es sehr schwierig für mich einfach nur auf mein bauchgefühl zu hören.
    Egal in welche Richtung es geht, ich weiss das es der Anfang einer sehr langen Reise ist…..

    • Philipp Beitragsautor

      Hallo jc,

      danke für deinen Beitrag. Das Rationale kenne ich sehr gut, ich will auch immer sofort eine Lösung für alles!

      Das auszuhalten, ist echt ein Lernprozess.

      Alles Gute für dich!

  • ???

    Mein Fall is ein wenig abstrackter also ich bin M15/16 habe mich jetzt schon 1 mal „geoutet“ lief ganz gut hab mit meina Freundin schluss gemacht und hab halt probiert mal aif denn Weg zu gehen halt stimme verändern usw sodele ich hab dann mal meinen besten Freund davon erzählt (10 Jahre schon) er so er hätte schon einProblem damit weil es sein ganzes Welt bild zerstört ACHTUNG LANGE RÜCKBLENDE Zu mir ich war imma schon so en Musterbeispiel eines Jungen Groß stark breit laute stimme und so halt so wirde ich auch imma war genommen im Alter von 9 habe ich mich dann sehr komisch gefühlt zu allem weiblichen hingezogen halt also habe ich mir Binden meiner Mom geklaut und sie ab und zu getragrn dies ging ein bis zwei Monate so bis ich zu mir sagte nee das geht net ein Jahr später entdeckte ich dann im Rewe Leggings ab demMoment war es dann so (und imma noch) jedes mal wenn ich im Rewe bin laife ich tran vorbei und sehe sie mir an wieder ein Jahr später also ich war 11 kaufte ich mir dann eine unter größter Anstrenung weil ich Angst hatte wie man über mich Urteilt das es jm rausfindet usw aba sie zu tragem war imma wieder eim Wunderschönes gefühl aber nach 2 Monaten wa auch wieder schluss weiter gehts das ganze ging dann wieder bis ich 12 war ich musste mir wieder eine Kaufentat dies dann auch und trug sie wieder gefühl wunderschön Irgendwann sagte ich dann wieder Ney zu mir des geht doch net dies ging dann auch nee eile bis ich 14 wurde und in denn Sommerferien machte ich nen Ferien shop jeden Mitwoch war ich also in Heidelberg und kaufte mir imma was Nee skinny en Top usw und dies trug ich dann auch regelmäßig sodele das ging dann auch bis Oktober gut im Dezember kamm ich dann mit meiner noch imma Jetzigen Freundin zsm nach 4 Monaten habe ich wie obem erwähnt schluss gemacht also war ich 2 wochen eine art“Mädchen“ hab auch so geschrieben per Wp fiel ma alles total leicht sie hat auch öfters gesagt das sie vergisst mit wem sie schreibt eines Tages kuckten wir uns Bilder an und joa ich ermisste die Zeit also kammen wir wieder zsm das ganze ging dann auch 3 Monate gut bis mir mal beim Sex plötzlich aufviel wie sehr ich es doch gerne anders herum hätte (Vorsicht sexuel) wenn ich ihren Busen anfasste oda ihre Vagina dann war es oft nicht so das es mich nur geil machte nein es war auch so als würde ich mir vorstellen es wäre meine beim Sex auch aber ich machte weiter gegen ende September waren wir dann am Mittelmeer und joa als ich da war hatte ich nur noch ein gedanke ich will endlich ein Mädchen sein dürfen ich war auf alles Neidisch hätte mir so gerne einen Bekini gekauft und so weiter hab aba es ging ja net also schrie ich in mich hinein zuhause war das erste was ich tat meine alten sachen raussuchen und anzieen wieder sagte ich nee das is nur nee phasr aba nach nur 2 wochen ging es bis jetzt in meinem Kopf drunter und drüber ich mache grade Abschluss und das stresst mich schon genug ich muss endlich klaheit haben weil die ganzr Zeit in meinem Kopf dieses bedürfnis diese sehnsucht danach ist wenn ich beim Freund bin stelle ich mir imma vor wie es doch wäre oda auch in der Schule zum Schluss möchte ich dann sagen heute habe ich wie Mickey Maus geredet einfach so aus Spaß einer meiner besten Freundinen sagte dann du bist so eine verschwendung an einen Jungen dies kamm aber schon öfters wie oft wurde ich schon mit einem Mädchen verwechselt und egal wie sehr ich es bestreite es hat mich jedes mal gefreut selbst bei diesem Text fühle ich das Verlangen
    Liebe grüße???
    Ps sorry für die Grammatik

  • Marion

    Ich habe diesen Kommentar wegen Triggergefahr überarbeitet. Ich habe nur einige Sätze herausgenommen und die Stelle markiert; ansonsten ist der Text, wie er war. Ich bitte um Verständnis.
    Hallo ich bin 23 Jahre. Ich stehe grade auch an dem entgültigem punkt. Bin ich ein transgender oder nicht.
    Ich stelle mir immer vor wie es ist endlich ein Mann zu sein.
    Ich bin in einer lesbischen Beziehung.
    Aber wenn ich zum Beispiel fussball spiele binde ich mir erst die Brüste an und wenn ich dann einen ball in den intim Bereich bekomm schrei ich immer voll laut weil ich in gedanken schon das männliche geschlecht habe.
    Bei mir und meiner freundin ist das sex leben auch nicht typich lesbich sondern wirklich ich denke selbst beim sex wie ein mann.
    Meine freundin hat keiner lei probleme damit.
    Das einzige was ich fur ein problem habe ist das ich meinen weiblichen körper hasse […].
    Aber wenn ich das meiner therapeutin so schildere kommt sie mir immer mit der aussage das hat nix mit transexualutät zu tun […].
    Lg marion

    • Philipp Beitragsautor

      Hallo Marion,

      ich hoffe, es ist okay, dass ich deinen Kommentar wegen der Triggergefahr etwas überarbeitet habe. Da hast du ja schon ganz schön was durchgemacht. Mach dir vielleicht nicht so viel Stress mit „Bist du jetzt transsexuell – ja oder nein“; es gibt auch Grauzonen und du kannst Stück für Stück austesten, womit du dich wohlfühlst und wer du wirklich bisz und sein willst.

      Hat deine Therapeutin eine Begründung, warum sie dir nicht glaubt? Das Thema sollte zumindest einen Platz in der Therapie haben, Borderline (nehme ich an?) hin oder her. Fühlst du dich ansonsten wohl bei ihr? Wenn nicht, kannst du den Therapeuten auch wechseln. Man kann die von der Krankenkasse genehmigten Stunden zu einem/r anderen Thera mitnehmen oder die Therapieform wechseln (z. B. Tiefenpsychologisch fundierte –> Verhaltenstherapie oder andersrum).

      Es ist sehr schön, dass deine Freundin so entspannt damit umgeht! :-)

      Alles Gute

      • Marion

        Hallo ja gar ken Problem mit der über arbeiteten Version.
        Ne meine therapeutin hat da keine andere Lösung für.
        Aber ich habe mich jetzt mal mit einem um operieren Mann zu Frau gesprochen und die hat mir ein paar Tipps gegeben.
        Ich werde mir jetzt auch einen neuen Therapie Platz suchen und dann mal weiter schauen.
        Ich stell mir halt als vor wie es ist endlich als Mann leben zu dürfen und allein die Vorstellung und schon sehr gut.
        Ansonsten geht es mir gut seit dem ich muss in den spiegel schauen aber sonst alles gut

  • Etwas Anders

    Wow, einfach wow.

    Ich habe diesen Text in Ruhe jetzt ein paar mal gelesen und finde ihn klasse.

    Ich war schon etwas länger auf dem Trip: Hm du siehst dich als Asexuelle bis Aromantische, aber was ist wenn das gar nicht der Fall ist?

    Diese Gedanken konnte ich mir erst seit meinem Auszug dieses Jahr fassen und so löangsam zur Seite legen und nachdem was ich jetzt hier gelesen habe bin ich mir sicher, dem ist nicht so, sondern anders.

    An sich habe ich schon mit meinem Vater zu dem Thema(nicht ganz so über Transsexuell, aber in die Richtung) gesprochen und selbst der meinte: Wenn du meinst, dass das dein Weg ist mach!

    Und an sich habe ich jetzt mehrere meiner Freunde und Bekannte dazu angesprochen und kein negativ Feedback bekommen.

    Auch konnte ich dank dem Text mit dem ständigen Denken: „Passt du überhaupt dazu wenn du dies so machst oder so? ist das dann männlich?“, aufräumen.

    An sich muss ich mir noch einen Therapieplatz wegen Angstzuständen suchen, aber bei dieser Sache muss ich mich noch informieren wie ich da am besten drangehen kann.

    Auf jeden Fall war es eine unendliche Erleichterung, für sich selbst zu wissen, du bist genau das was du nicht sein willst und weißt es ganz genau!

    Mein Weg wird noch lang sein o__O

    MfG
    Ich

    • Philipp Beitragsautor

      Hi Etwas Anders!
      Vielen Dank =)
      Das klingt doch ganz hoffnungsvoll. Das Sich-für-asexuell-gehalten-Haben habe ich tatsächlich schon von einer Handvoll Transmänner und -frauen gehört.

      Zum langen Weg: Auch der besteht Gott sei Dank aus kleinen, machbaren Schritten, und jeder davon wird wichtig sein und sich gut anfühlen. Nur Mut, mit einem Therapieplatz und/oder spezieller Beratung bist du auf einem guten Weg. Wenn du da noch Klärungsbedarf hast, z. B. wie du an die Therapiesuche gehen sollst, kannst du dich gerne auch an mich als Berater wenden.

      Alles Gute für dich!
      Philipp

      • Etwas Anders

        Ganz ehrlich:

        Ich hab keine so schnelle Antwort erwartet.

        Klärungsbedarf ist ein gutes Wort, würde ich meinen, da ich immer wieder gucke und so, aber selbst in Sachen Entscheidungen treffen u.ä. etwas eingeschränkt bin usw.

        Und ich zweifle viel an dem was ich sehe und so… Ich vertrau eher auf Worte, etwas… eher reales(ich kann mich schlecht bei sowas ausdrücken) von jemanden der damit Erfahrung hat und so…

        Ich stecke momentan in zu großen, schweren Stiefeln und weiß nicht wo meine passenden sind und wie ich die trotz der großen anderen erreichen kann, so würde ich es umschreiben.

        Ich hoffe ich störe nicht.. und rede nicht zu wirres Zeug.

        Schönen Abend
        Ich

      • Philipp Beitragsautor

        Hi Etwas Anders, entschuldige, manchmal kann es etwas dauern, bis ich hier antworte. Wenn du Lust auf eine persönliche Beratung hast, freu ich mich über eine Email von dir! Dann können wir gerne Details bereden und Fragen klären. Ich hab deine doppelten Nachrichten gelöscht! Kann passieren, da sie ja nicht gleich angezeigt werden. ;-)

        Gruß von unterwegs,
        Philipp

  • Kathi

    Erstmal danke für diesen Artikel. Ich bin 18 und mache mir immer wieder Gedanken über meine Sexualität und Identität. Ich rede ungern mit anderen darüber, deshalb schreibe ich diesen Kommentar, um einen Fremden aus dem Internet um Rat zu fragen. Also los:
    Ich hab schon öfter über mich als Mann/Junge nachgedacht. Das erste Mal, an das ich mich erinnern kann, war in der Grundschule: Wir hatten das Thema Mittelalter und sollten uns als Ritter oder Burgfräulein basteln oder malen, und ich habe mich als Ritter gebastelt. Ich habe bisher aber nie wirklich darüber nachgedacht, ob ich als Mann glücklicher wäre. Naja, eigentlich schon, ich habe mir oft gewünscht, ein Junge zu sein, aber habe mich nicht wirklich als einer gesehen. In meiner Fantasie oder in Filmen und Computerspielen identifiziere ich mich auch eher mit Männern. Wenn ich so darüber nachdenke wirkt alles so klar, aber das ist es nicht. An manchen Tagen denke ich mir, ich denke einfach zu viel darüber nach und versuche mich nur irgendwie krampfhaft als Mann „einzuordnen“. Aber dann denke ich mir wiederum: Wenn dem so wäre, würde ich dann so viel Zeit damit verschwenden, darüber nachzudenken? Manchmal denke ich mir, ich sollte mir einfach für einen Tag die Brüste abbinden und alle bitten, mich als „er“ zu bezeichnen, nur um zu wissen, wie sich das anfühlt und ob es das ist, was ich will. Seit ich angefangen habe, es tatsächlich in Betracht zu ziehen, dass ich mich vielleicht eher als Mann fühle, ergeben so viele Sachen viel mehr und ebenso viele Sachen viel weniger Sinn.
    Irgendwie tut es gut, einfach mal darüber zu schreiben, aber ich weiß nicht genau, was ich noch schreiben soll, weil so viele Gedanken in meinem Kopf schwirren.

    • Philipp Beitragsautor

      Hallo Kathi,

      ein verspätetes Danke für deinen Kommentar.

      Welchen Rat brauchst du? Einen Tag lang als Mann aufzutretrn ist eine sehr gute Idee. Du könntest, wenn das in deinem Umfeld schwierig ist, eine Selbsthilfegruppe, ein Forentreffen oder eine Trans*-Tagung als Übungsfeld nehmen.

      Alles Gute
      Philipp

  • Im Moment Markus :)

    Hmm ich finde den Text oben einfach genial. Beschreibt eigentlich genau mein denken und fühlen. Nun habe ich die Texte unten gelesen und gedacht, ich schreibsel auch mal was. Zu mir : Seit ich 17 bin, lebe ich mit dem Gedanken, Transweiblichlesbisch zu sein. Mitlerweile 31 jahre und immer noch nicht sicher. Naja, sicher irgendwie schon, aber auch… verunsichert. Da 2009 eine Borderlinepersönlcihkeitsstörrung Diagnostiziert wurde, bin ich immer noch sehr verunsichert. Nunja, tief im inneren fühlt sich mein männlicher Körper falsch an. ich habe im Laufe der Jahre gelernt, darüber zu reden, mit Menschen, denen ich vertraue. Nun, die kommen fast immer aus dem Therapeutischen bereich. Aber schreiben geht auch mit „anderen“. Und immer, wenn ich mich „öffne“, erlebe ich eine Art… Glücksgefühl. Ein starkes Kribbeln im Bauch, dass mir einfach sagt, dass ich richtig liege. Hmm, schätze, dass ist dann wohl das berühmte Bauchgefühl. :3 ich werde noch eine Verhaltenstherapie machen und habe keine Ahnung, wie ich mein Geschlecht „hinbekomme“. Ich habe auch keinerlei freunde, die da weiterhelfen könnten. Und wo ich Hilfe bekomme weiss ich auch nicht, da es in der Gegend hier schwer ist, überhaupt etwas zu bekommen. Und dann eben noch frage: Was ist Priorität. Das Ich, oder die Psyche. oO
    Nunja, ein etwas längerer text meinerseits, mal sehen, ob sich Leute finden, denen es ähnlich geht. ^.^

    • Philipp Beitragsautor

      Hallo Im Moment Markus ;-)
      Vielen Dank für das Kompliment.

      Bei der Borderlinediagnose fällt mir ein: Kennst du die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)? Einige Verhaltenstherapeuten bieten die an und sie ist wohl sehr erfolgreich bei Borderlinesymptomatik.

      Unterstützung (z. B. durch andere Menschen, die mit Transsexualität/Geschlechtsfragen zu tun haben) findest du gut auch im Internet, falls alles andere zu weit weg ist. Einige Berater, wie ich, bieten Onlinegespräche an.

      Interessant finde ich deine Frage nach der Priorität – Ich oder Psyche. Meiner Meinung nach trennst du da zwei Dinge, die eigentlich zusammengehören. ;-) Du bist doch nur eine Person und nicht zusätzlich noch eine Psyche. Oder zwei unterschiedliche Persönlichkeitsteile mit jeweils eigener Diagnose (Borderline vs. Transsexualismus). Du kannst sicherlich auch an mehreren Baustellen parallel arbeiten. :-)

      Beantwortet das deine Frage?

      • Im Moment Markus :)

        Danke für die Antwort und japp, eigentlich ist das alles ja eins :)
        Ja, ich sollter auch DBT machen, letztes Jahr im Herbst, aber… ich habe es nicht gemacht. Aber habe es im Hinterkopf. Im Moment mache ich so eine Art, ich nenne es mal, „Ersatztherapie“, die nun nach so 5 terminen anläuft. Und habe dadurch wieder Hoffnung bekommen. Ich werde einfach mal weitergehen und sehen, wo es mich hinführt. :3

  • Temeraire

    Hallo erstmal.
    Ich würde mich freuen, wenn mir jemand einen Rat geben könnte.
    Ich bin 17 Jahre alt und (körperlich?) ein Mädchen.
    Ich habe mir in letzter Zeit einige Dokumentationen angesehen und bin jetzt am überlegen, ob ich transsexuell bin. Ich habe nicht unbedingt einen Hass auf meinen Körper, finde mich selbst aber ziemlich hässlich und habe mich mir schon oft oft als Jungen vorgestellt. Auch in sexuellen Phantasien. Jungskörper finde ich viel schöner. Schon als kleines Kind habe ich immer mit jungs gespielt und Puppen, Rosa oder Kleider gehasst. An Fasching trug ich aussschließlich männliche Verkleidungen. Auch im Internet benutze ich (wie ihr an meinem Usernamen seht nur männliche Pseudonyme) Denkt ihr das ist nur eine Phase, da ich ja wie gesagt erst 17 bin und darum eventuell noch in der Pubertät stecke? Oder sollte ich lieber einmal zu einem Psychologen gehen und kann man da mit 17 hin, ohne dass die Eltern (am Anfang) etwas davon erfahren?
    Danke im Vorraus und viele Grüße
    Temeraire

    • Temeraire

      Ich hatte noch vergessen zu erwähnen, dass ich im Schwimmbad sehr oft nur die Badehose vom Binkini anhatte, auch dann noch als meine Brüste bereits zu wachsen anfingen. Ich freute mich dabei jedes mal, wenn mich jemand für einen Jungen hielt
      Lieber Grüße
      Temeraire

  • Geheim

    Hab mir mal alles hier durchgelesen und bin zur Erkenntnis gekommen dass ich NICHT Trans bin. Ich bin als Biomann geboren und fühle mich (anscheinend) auch so. Tatsächlich fand ich meinen Körper als Jugendlicher immer zu unmännlich, dünn und wollte deshalb unbedingt Sport machen und breiter werden. Als Kind war ich eher son ängstlicher Softie, hab allerdings gerne mit Jungs aber auch mit Mädchen gespielt. Letztens hab ich zufällig ein Bild von mir gesehen, wie ich ein Kleid anhatte und hab meine Mutter gefragt wie es dazu kam – sie sagte, meine Cousine hätte mich dazu gezwungen und als ich es ausziehen sollte, hab ich mich nicht geweigert o.Ä. Als ich das Bild gesehen hab, sah das meiner Meinung nach auch ziemlich falsch aus (das könnte aber auch an den gesellschaftlichen Normen liegen). Wenn ich mit Freunden unterwegs bin (hab mittlerweile nur männliche), bin ich auch immer vollkommen ich selbst und fühle mich gut dabei. Manchmal ein bisschen feminin, werde an sich aber zu 100% als Mann wahrgenommen. Als Kind war die feminine Seite schon krasser, aber das schieb ich eher auf mein Umfeld. Auch in meinen Fantasien und Träumen bin ich immer Mann, die gehen auch meistens in Richtung Gewalt und Knarren.

    So nach all dem fragt man sich jetzt was ich auf so einer Seite zu suchen hab. Zwei Gründe: 1.) versteh ich ein Gefühl bei mir einfach nicht. Und zwar, wenn ich schöne Frauen sehe, die sich gut bewegen können usw, überkommt mich immer so ein gutes, erfüllendes, positives Gefühl, und dabei bin ich ganz klar schwul. Und deshalb kann ich mir das einfach nicht erklären. Wieso ist das so? Identifiziere ich mich unbewusst mit ihnen? oder könnte es sein, dass ich irgendwas Heterohaftes in mir habe? Ich habe es mal ausprobiert und mich spaßeshalber genau so bewegt wie sie nur um zu gucken was ich dabei fühle – aber nein, da war dieses erfüllende positive Gefühl nicht da. Also woran liegts?

    2.) leide ich seit nem halben Jahr unter einer Angststörung und seitdem grübel ich immer mal wieder krankhaft darüber nach, ob ich nicht all die Jahre mein „wahres Ich“ unterdrückt habe. Aber kann das sein? Sonst hätte ich mich doch zumindest wenn ich alleine bin wie eine Frau benommen oder nicht? Und das habe ich nicht. Ich hatte nie Interesse an Frauenklamotten, Schminke oder sonst was. Und deshalb schiebe ich solche Gedanken auch eher auf die Angststörung. Mögliche Herzinfarkte oder andere Krankheiten kamen mir ja auch immer so real vor, also ist es wahrscheinlich auch hier so.

    Ich erwische mich manchmal aber dabei wie ich mir denke, dass ich oft „wie eine Frau“ denke, ziemlich sensibel bin usw., und dann überkommt mich wieder diese Angst dass ich all die Jahre etwas gespielt hab ohne es zu merken. Ich bin jetzt 21, war noch nie in ner Beziehung aber beim Sex wär ich auch lieber der Dominierte. Ich stelle mich in meinen Sexfantasien zwar auch nicht als Frau vor, aber stehe ziemlich drauf dominiert zu werden was ja „auch eher son Frauending“ ist. Also was sagt ihr dazu?

  • Tina(???)

    Hey,

    also ich bin froh das ich auf den Text/Blog gestoßen bin.
    Ich stelle mir oft vor, wie es wäre, ein Junge zu sein. Mit kurzen Haaren, flacher Brust und tieferer Stimme. Vorallem abends/nachts, wenn ich allein bin.
    Ich hab meiner Mum auch schon gesagt, dass ich meine Haare kurz schneiden will. Sie war nicht begeistert und aus Angst, sie würde falsch von mir denken, hab ich es mit nachfragen gelassen.
    Manchmal im Unterricht schreib ich verschiedene Jungennamen auf meinen Block, schau nach, welcher vielleicht zu meiner Persönlichkeit passt und all das.

    Ausserdem geht auf meine Schule ein Junge, welches transexuell ist. Wenn man ihm genau ins Gesicht sieht, erkennt man die weiblichen Merkmale schon, aber nur wenn man darauf achtet (wie ich.) Er trägt auch immer einen Binder, welchen man manchmal durch sein Tanktop sieht. Und er hat eine kurze Frisur (Undercut). Und immer wenn ich an ihm vorbeilaufe, bin ich ´eifersüchtig´. Ich will auch so aussehen und mich wohl fühlen. Ich will akzeptiert werden und meinen Körper mögen.

    Ich steh auf Mädchen, da bin ich mir 100% sicher, Jungs fand ich noch nie attraktiv. Und erst Recht kann ich mir keine Beziehung mit einem vorstellen.
    Wenn mich jemand von meinen Freunden fragt, wieso ich auf Mädchen steh, sag ich immer zum Spaß:,,Ich mag Brüste“ und in Gedanken füg ich manchmal hinzu ´ausser bei mir.´

    Zurück zum eigentlichen Thema;

    Ich denke ich bin Genderfluid oder Bigender. Ich weiß es nicht und hab auch Angst, es mir einzugestehen. Meine Freunde werden es sicher unterstützen, sie sind alle nicht homophob und haben auch nichts gegen Transexuelle. manche von ihnen sind selber Lesbisch, Bi, usw.
    Aber bei meiner Familie bin ich mir nicht wirklich sicher. Ich denke nicht das sie mich hassen werden (Außer mein Vater. Er ist homophob, aber für ihn interessiere ich mich nicht wirklich.), aber sie werden wahrscheinlich nicht begeistert sein.

    Ich hab aber Angst, vor der Veränderung. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Ich trau mich nicht meine Haare abzuschneiden, aber will es so unbedingt. Ich will Jungssachen tragen, trau mich aber nicht beim shoppen, in die Jungsabteilung zu gehen.

    Ich hab einfach keine Ahnung was ich bin und das macht mich ziemlich fertig.

    Der Post ist ein ziemliches Chaos und echt durcheinander. Nebenbei bemerkt, ich bin (noch) 14. Vielleicht sagt man, ich sei zu jung um über sowas nachzudenken/mir sicher zu sein das ich auf Mädchen stehe. Klar, es ändert sich. Aber momentan bin ich mir eigentlich ziemlich sicher, aber bin trotzdem verunsichert (das ergibt null Sinn)

    Naja, ich hoffe der Text ist nicht zuuu lang geworden.

  • Kathi (?)

    Irgendwie ist in meinem Kopf alles durcheinander. Mir ist klar geworden, dass ich zu 100% auf Frauen stehe, aber irgendwie ist da noch was. Wenn ich vor dem duschen vorm Spiegel stehe denk ich mir immer ,, Das kannst doch nicht du sein“. Irgendwie passt mein Körper nicht zu dem, was ich denke, aber das was ich mache passt auch nicht wirklich. Irgendwie ist das komisch. Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, ok ich bin erst 16 weshalb ich mich ganz gut dran erinnern kann, merke ich, dass ich noch nie ein ehrliches Mädchen war. Was ich damit meine ist, dass ich noch nie Bock auf Schminke und den ganzen Kram hatte.
    Im Kindergarten und bis zur 2 Klasse habe ich mich strikt geweigert Mädchen Klamotten anzuziehen. Außerdem bin ich immer mit den Dorfjungs rumgelaufen und wir haben mir Treckern gespielt und Burgen und Hütten gebaut. Dabei hatte ich Spielzeug, welches sich manches Mädchen sehnlichst gewünscht hat. Dieses habe ich allerdings zweckentfremdet, zum Beispiel habe ich Barbies zu PowerRanger Figuren umgetauft, weil ich die nie bekommen habe. Bobbycar rennen waren meine größte Leidenschaft, bis die Reifen, Knie und Schuhe durch waren.
    So ab der 3. Klasse haben meine Mutter und meine Oma angefangen mir Mädchenklamotten zu kaufen. Da meine alten Klamotten zu klein waren, musste ich sie wohl oder übel anziehen.
    In der 4. Klasse hat meine Mum es endlich eingesehen und ich durfte wieder Jungenklamotten anziehen.
    Das einzige eher Mädchentypische , was ich zu der Zeit gemacht habe, war reiten. Das mache ich aber heute noch. Der größte Schock war, als eine Klassenkameradin mir erklärt hatte, dass wir jz Brüste bekommen. Ich war immer davon ausgegangen, dass dies Muskeln seien, wie Papa sie hat…leider nein.. ich bin immer mit rausgestreckter Brust durch die Gegend gelaufen, weil ich ja so viele Muskeln hatte..
    In der weiterführenden Schule hatte ich immer wechselnde Phasen. In der 6. Klasse habe ich mir das erste mal die Haare kurz schneiden lassen. Direkt am nächsten Schultag hat mich wer gefragt, ob ich ein Mädchen oder ein Junge sei, woraufhin meine Freunde ziemlich ausgerastet sind und ich die Frage nicht schlimm fand.
    Dann hab ich mir die Haare wieder länger wachsen lassen und habe mich auch weiblicher angezogen.
    Dann hatte ich sie wieder kurz und habe nur jungenklamotten getragen. Dann hatte ich sie wieder was länger und auch eine extreme pink phase, von der ich allerdings nicht weiss, ob die echt oder eingebildet war.
    Jetzt habe ich meine Haare wIdee kurz und setze mich das erste mal richtig mit dem Thema auseinander. Erst jetzt bemerke ich, dass ich mich in eine komplett andere Richtung entwickelt habe. Vor allem, weil es jetzt auf den Abschluss zugeht uns dafür Outfits gekauft werden müssen. Alle meiner Freundinnen reden davon, welches Kleid schöner ist und bli blah blub. Ich steh daneben, weil ich eig genau weiß, was ich anziehen möchte. Allerdings sind sie auf die Idee gekommen mich in irgendwelche Jumpsuits stecken zu wollen, was ich nicht möchte.
    Aber nicht nur mein Auftreten ist sehr männlich, auch teilweise meine Gestik und vor allen Dingen mein denken. Die Jungs meiner Klasse sprechen aus, was ich denke. Oft bin ich mir sicher, dass ich transsexuell bin, aber dann gibt es Situationen, wo ich mir denke “ das macht doch kein Kerl“. Das verunsichert mich ziemlich…
    Ich habe auch noch nie mit jmd drüber gesprochen und bin auch nicht bei irgendwelchen Psychologen. Auch nicht mit meinen Eltern oder Freunden. Es weiss auch niemand, dass ich auf Frauen stehe, auch wenn es eigentlich offensichtlich scheint.
    Sorry das der Text so lang geworden ist, aber ich hab halt noch nie richtig drüber geschrieben bzw gesprochen.

  • Marian

    Eigentlich war ich mir bis vor zwei Monaten total sicher dass ich Transsexuell bin. Aber dann fielen mir immer die Mobberreien in der Schule ein, dass ich als Mädchen nie wirklich akzeptiert wurde und als mir die Brüste wuchsen (Ich war die erste in der Klasse), hat man mich dafür ausgelacht. Irgendwann fing ich an mich selbst zu hassen, mein Gesicht, meinen Körper, es mündete darin dass ich mir wenn ich alleine war, eine Welt vorstellte in der man mich liebte und akzeptierte, das seltsame war nur dass ich in dieser Welt ein Junge war.

    2011 fragte ich meine Mutter das erste Mal ob es normal sei sich im falschen Körper zu fühlen, sie meinte dann es könnte mit der Pubertät zusammenhängen, also ignorierte ich es. Doch ganz zufrieden ließ mich das Gefühl nie. Ich frage mich jetzt allerdings ob ich diese Wunschwelt nur in die reale Welt projiziert habe und mich mehr und mehr in Identifikation als Jungen verloren habe. Denn seit ich mich wie ein Junge kleide und mich auch bei einem Jungennamen nennen lasse, wurde ich nicht mehr gemobbt. Das erste Mal fühle ich mich von der Gesellschaft akzeptiert.

    Ich bin seit zwei Monaten einfach nur verwirrt……

  • Noname

    Hallo,

    Bin als Frau geboren fühle aber nicht wirklich so.
    Ich habe öfters das ich mich in Fantasien flüchte in denen ich ein Mann bin. Mein Körper ist mir fremd. Ich weiß ehrlich gesagt nicht ob ich transsexuell bin da ich eben auch auf Männer stehe (zumindest glaube ich das). Frauen wirkten auf mich schon immer anziehend aber ich bin halt so erzogen worden das es eben so ist Mann Frau.

    Teste mich zur Zeit etwas aus Röcke und ähnliches waren noch nie was für mich. Als Kind auch eher so der Draufgänger. Raus Natur auf Bäume klettern.

    Das erste mal aufgefallen ist mir das etwas nicht stimmt war als ich schwanger war es fühlte sich nicht richtig an das ich das Kind bekomme. Es ist seltsam für mich alles in mir drin wehrte sich gegen irgendwas, ich wusste nur nicht was.

    Ich habe mich immer, fast schon verzweifelt, an Männer rangemacht obwohl sich das nur zum Teil richtig angefühlt hat. Ich kenne den Wunsch die andere Seite kennen zu lernen mal ein tag ein Mann zu sein nur traue ich mich nicht wirklich weil ich Angst habe es ist nur eine Phase.

    Als ich mir vor kurzem die Haare abschneiden lassen hab, habe ich mich das erste mal im Spiegel erkannt. Ich habe geweint und wusste trotzdem nicht warum.

    Alles ziemlich kompliziert.

    LG keine Ahnung wer ich bin.

  • Lavi the female Kevin

    Hey ich bin jetzt 15 und ein mädchen zumindest äußerlich… mein bauch und kopf sagen mir aber das ich ein junge bin aber ich weiß nicht wie ich es meinen Eltern sagen soll… ich habe angst das sie mich dann nicht mehr mögen… aber fast alle meine freunde wissen es schon… sogar mein cousin… ich würde mich gerne outen weiß aber nicht wann wo und wie, noch dazu kommt das ich sehr schüchtern bin was es mir nur noch schwerer macht :c

  • James

    Ich lebe im Körper eines Mädchens und weiß nicht ob es falsch ist. Ich habe seit der Pubertät das Gefühl, dass etwas nicht stimmt. Erst dachte ich, dass ich lesbisch bin aber es kommt mir nicht richtig vor. Seit einigen Wochen schreibe ich nicht mehr meinen weiblichen Namen sondern männliche Namen. Trotzdem fühle ich mich zu Jungs hingezogen…
    Bedeutet das, dass ich Trans und Homosexuell bin?

    • Philipp Beitragsautor

      Hallo James! Wenn du das Gefühl hast, dass etwas nicht stimmt, kann das erstmal vieles bedeuten. Wenn du trans* bist, kann es gut sein, dass du dich „irgendwie homosexuell“ fühlst und erst Jahre später feststellst, dass du nicht weiblich und lesbisch, sondern männlich und schwul bist – so wie du es beschrieben hast. Fühl doch mal die nächsten Monate aufmerksam in dich hinein – nimm wahr, was du fühlst, welche Gedanken auftauchen, und versuch es nicht zu bewerten. Du kannst auch verschiedene Sachen ausprobieren (das mit dem Namen ist ein gutes Beispiel), dich in einem Trans*-Forum anmelden (ich mag ftm-portal.net) und allmählich rausfinden, was dir gefällt und was nicht.

      Sorry, wenn das jetzt schon über deine Frage hinausging! Alles Gute
      Philipp

  • calmy

    wir (Frauenpaar Mitte,Ende 40) haben ein Patenkind (ehrenamtlich über Jugendamt), Sie möchte jetzt ein Junge sein. Wir erkennen sehr viele Parallelen zu unserer Pubertät und unserem Leben. Von Anfang an dachten wir uns, dass das Mädchen „wahrscheinlich“ lesbisch wird, weil sie uns einfach an unsere Kindheit erinnert hat. Unser Problem: Vor einem Jahr war ihr wichtig dass sie ein Mädchen ist, hat das überall richtig gestellt und hat gelitten wenn man ihr nicht geglaubt hat. (Äußerlich wie ein Junge ? naja kurze Haare und Jungsklamotten, wenn man genau hinsieht, sieht man schon ein Mädchen), ihr Benehmen ? eher mimosenhaft und nur aufgesetzt kernig, sehr sensibel, dabei aber auch sehr teilnahmslos, ohne Leidenschaft oder Antrieb (das Mädchen kommt aus schwierigen Verhältnissen, die Mutter krank, schwierige Kindheit, vermutl. auch sex. Mißbr.) – Jetzt geht die Mutter los, bespricht sich mit Lehrer und Psychologen, also geht für ihre Tochter vorneweg…..den Weg zur „Angleichung“ wir haben Angst dass sich das Kind darauf einlässt, ohne sich selbst erklären zu können. Sie haut uns gegenüber noch kein einziges Mal gesagt dass wir sie „er“ und mit ihrem „Wunschnamen“ anreden sollen. Das machen ihre Mutter und eine Beraterin. Wir versuchen ständig in ein Gespräch zu gehen aber sie blockt komplett ab. Ist es richtig, wenn wir uns da verweigern? Es kommt uns so vor als ob da etwas forciert wird, bei dem es dann kein zurück gibt. Alle Versuche etwas zu erfahren scheitern. Das Kind redet nicht richtig mit uns darüber, sie kann nichts erklären, aber redet Sätze nach, die sie irgendwo gelesen oder gehört hat. Einmal als wir nach ihren Gefühlen gefragt haben meinte sie es gibt da eine Website, da könnten wir alles nachlesen. Aber als wir sagten diese Seiten sagen uns nichts neues, hat sie nur gemeint, weiß sie auch nicht und sie könne das nicht erklären. Als ihre Mutter uns im Sommer darauf hingewiesen hatte jetzt „er“ und „Wunschname“ fragte ich weil wir zum Zelten gefahren sind, ob sie/er dann auch zu den Männerwaschräumen gehen möchte ?, Daraufhin war das Kind total entsetzt und meinte Nein ! das möchte sie nicht. Unsere Frage,… gibt es solche „Fälle“ ? Auf der einen Seite sagen, dass ist seit ich 4 bin (sagt meine Mutter) auf der anderen Seite mit 11 erklären nee ich bin kein junge nur ein jungenhaftes Mädchen, nach knapp einem Jahr (das Mädchen wird jetzt 12) sagt die Mutter „es hat sich jetzt herauskristallisiert“ und sie gehen jetzt zum Psychologen damit sie ein Gutachten bekommen um die Pubertät zu blocken,… was können wir tun? Wir sind für das Kind da, aber wir können nicht etwas unterstützen das so schwammig und für uns nicht wirklich fühlbar ist. Unsere Beraterin „vom Amt“ weiß Bescheid, aber meinte die Erziehungsberechtigte hätte das das letzte Wort.

    • Philipp Beitragsautor

      Hallo calmy! Ich lese, dass Sie sich Sorgen um Ihr Patenkind machen, ob es den richtigen Weg beschreitet. Es wirkt auch, als wären Sie von der ganzen Angelegenheit überrumpelt. Andererseits haben Sie sich offensichtlich informiert und mit dem Thema auseinandergesetzt. Ich hoffe, dass ich Ihnen jetzt nicht nur Dinge erzähle, die Sie ohnehin schon wissen!

      Ein Problem, das ich in der Situation sehe, ist, dass wir nicht wissen, wie es in Ihrem Patenkind aussieht. Es teilt sich Ihnen zurzeit nicht mit und was es vor einem Jahr nach außen gezeigt hat, muss nicht zwingend das sein, was es empfunden hat. Trans* lässt sich leider nicht auf eine einfache Formel herunterbrechen oder auf genau ein Symptom reduzieren, welches man zeigt – und dann wäre man eindeutig trans*.

      Was ist denn der Grund dafür, dass die Mutter bzw. die Beraterin mit Ihnen sprechen statt dem Kind selber? Es könnte natürlich sein, dass es Ihre Skepsis spürt und sich aus diesem Grund nicht traut, offen mit Ihnen zu sprechen, aus Angst vor Ablehnung. Wenn Sie „ständig“ das Gespräch suchen und seine Aussagen nicht hundertprozentig ernst nehmen (Sie schreiben, dass es die Sätze nachspricht, die es irgendwo gelesen hat), setzen Sie es – bei aller guter Absicht – möglicherweise einerseits unter Druck und vermitteln ihm andererseits,dass Sie seinen Aussagen ohnehin nicht glauben.

      Spricht es denn mit der Beraterin darüber? Eine Ihrer Sorgen ist ja auch, dass die Mutter da quasi nach vorne prescht und das Kind einfach mitläuft, wenn ich Sie da richtig verstehe. Mit 11, 12 Jahren beginnt ja auch die Pubertät allmählich und Kinder teilen sich nicht mehr jedem mit. Dass die ganze Sache für Sie nicht wirklich spür-, greif- und nachvollziehbar ist, verstehe ich total gut, zumal gerade gar kein offenes Gespräch zustande kommt.

      Ob es solche Fälle gibt … Jetzt ist das Problem, dass ich natürlich nur Ihre Schilderung kenne, quasi aus dritter Hand (Sie erfahren Details nur richtig von der Mutter, die es sicher auch nicht exakt so wiedergeben kann wie es das Kind meint). Mit der Frage „Bin ich trans* oder nicht?“ geht SEHR viel Unsicherheit einher – und oft viele Jahre des Verleugnens und Umdeutens. Das kann z. B. durchaus in die Richtung gehen, dass jemand sich extramännlich/extraweiblich verhält, um irgendwie doch in die richtige Rolle zu passen … Letzten Endes kann Ihnen außer dem Kind selbst niemand sagen, wie es in ihm aussieht. Können Sie sich vorstellen, in der nächsten Zeit einfach nur für Ihr Patenkind da zu sein, ohne dass es das Gefühl hat, sich erklären zu müssen? Sie könnten das Thema eine Weile ruhen lassen und über unverfängliche Themen und gemeinsame Aktivitäten wieder mehr vertrauen aufbauen in der Hoffnung, dass es sich Ihnen gegenüber irgendwann öffnet. Die Pubertät zu blocken ist eine Maßnahme, die ganz bewusst keine irreversiblen Veränderungen bei Minderjährigen einleitet. Ob das in allen Fällen so gerechtfertigt ist, sei mal dahingestellt, aber vielleicht hilft es zu Ihrer Beruhigung, dass Ihr Patenkind nicht von heute auf morgen drastische körperliche Veränderungen durchmacht.

      Ich wünsche Ihnen viel Kraft und wünsche Ihnen, dass sich alles zum Besten des Kindes wendet!
      Philipp

      P.S.: Wenn Sie sich grundsätzlich gerne noch ein wenig einlesen möchten, empfehle ich Udo Rauchfleisch.

  • tom

    ich bin 43 jahre alt und denke ich bin Transsexuell
    warum erst jetzt habe es einfach verdrängt
    aber jetzt ist es geplatzt geht nicht mehr.
    so das es auch die arbeiteskollegen gemerkt haben und die Fameilie
    aber ich wünsche mir dass so sehr

  • Wolfgang

    Sehr spannende Thematik, da man sich seiner Gefühle oft gar nicht so klar bewusst ist. Es ist eine regelrechte Forschungsarbeit, herauszufinden wie man selbst fühlt. Und wenn es beim Zähneputzen ist. Die Gefühle verändern sich ja manchmal auch. Es gibt in diesem Bereich viele, die das gefühlte Geschlecht öfter – manchmal an einem Tag – wechseln. Die große Frage ist natürlich auch in welche Richtung die sexuelle Anziehungskraft tendiert. Ich kenne Menschen, die selbst als Frau fühlen, dennoch sich zu Ihrer (bisherigen) Frau sich hingezogen fühlen.

  • gabi

    Immer wieder kommen diese Gedanken…
    Aber ich kann es nicht akzeptieren, weder kann ich mit anderen darüber reden, weil es dann ja noch viel realer wird, noch kann ich es in meinen Kopf akzeptieren, das es wieder und wieder und wieder Thema wird.
    Ich habe mich mit genderfluid angefreundet, mit pansexuell sein und das war schon schwer…
    Doch eigentlich fühle ich mich nicht als Frau, habe es noch nie getan, auch wenn ich es verzweifelt immer wieder möchte.
    Ich habe mich bei der Stange gehalten mit dem Gedanken, irgendwann möchtest du ja auch noch Mutter werden… Aber dafür muß man auch Sex ertragen können in seinen Körper.

    Ich bewundere die Menschen, die diesen Schritt gehen können es vor sich selbst und andere zuzugeben. Meinen tiefsten Respekt haben die Menschen die aus ihrer Rolle ausbrechen können.
    Ich bin jetzt 40 geworden und immer wieder bin ich überrascht wie jung die Menschen heute sind, die sich befreien und wieviel Unterstützung diese Kinder erfahren dabei.

    Ich bin heute tödunglücklich, weil ich wieder einmal erkennen muß wie gefangen ich bin :(

  • Kim

    Hallo erst einmal!
    Ich bin gerade auf diesen Blog gestoßen und fühlte mich sofort angesprochen.
    Ich bin noch keine 18 Jahre alt, deshalb bin ich mir oft unsicher, ob das, was ich gerade fühle, nicht doch nur eine Phase ist, vor allem, da mir dieses Gefühl noch nicht lange bewusst ist.
    Ich habe mich in den vergangenen Jahren immer als lesbisch definiert und vor einem halben Jahr angefangen mich zu outen.
    Aber in den letzten Monaten habe ich gewisse Zweifel bekommen. Nicht an meiner Sexualität, ich bin mir immer noch sicher, dass ich auf Frauen stehe. Aber was, wenn ich das nicht als lesbische Frau sondern als Hetero-Mann tue?
    Manchmal sehe ich mit meinen kurzen Haaren in den Spiegel und sehe einen Jungen/ einen Mann darin.
    Dank meiner kurzen Haare und meinem „männlichen“ Kleidungsstil werde ich von Fremden oft für einen Jungen gehalten und auch mit „er“ betitelt und inzwischen fühlt es sich für mich nur noch seltsam an, wenn dies nicht passiert. Das ist dann eher irritierend.
    Ich war nie ein typisches Mädchen. Ich kann mich noch genau erinnern, wie schockiert ich war, als die Pubertät bei mir begonnen hat. Ich wollte keine Brüste bekommen!
    Dann hat sich dieser Widerwille aber irgendwann gelegt, ich hatte kein Problem mehr ein Mädchen zu sein. Vielleicht wollte ich einfach nur in die Rolle passen. (Zumindest denke ich mir das von meinem heutigen Standpunkt) In den folgenden Jahren habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, wer ich denn bin, aber dieses Versäumnis trifft mich jetzt sehr heftig.
    Meine Gedanken kreisen immer wieder um dieses Thema, ich fühle mich nicht mehr als Mädchen, darin bin ich mir sicher. Aber ich fühle mich auch nicht als Junge. (Noch nicht??)
    Ich habe beschlossen einige Schritte zu unternehmen. Ich habe mich vor ein paar Tagen bei ftm-portal.net angemeldet, werde mir einen Binder besorgen, damit ich mich mehr als Mann fühlen kann, um zu testen , ob ich das denn bin.
    Meine Angst liegt momentan noch darin, Schritte zu gehen, die nicht reversibel sind, und sich meine Gefühle dann doch ändern. Und das ist auch mein Zweifel: Woher weiß ich, dass es nicht doch eine Phase ist?
    Ich fühle mich als Junge gut, aber ich fühlte mich auch als Mädchen gut. Nur jetzt nicht mehr.
    Diesen Kommentar habe ich verfasst, damit meine Gedanken gezwungen sind, sich nachvollziehbar aufschreiben zu lassen, ich hoffe, dass mir das einigermaßen gelungen ist. :)
    Ich bin sehr dankbar über jeden Rat!

  • Maja

    Ich habe ein Problem vlt kann einer mir helfen :Ich bin ein Mädchen und fühle mich in meinchen Situation einfach nur scheiße ich will nicht mehr schwimmen gehen weil ich es hassr wenn alle sehen das ich einen weiblichen Körper habe ich habe angst davor.Ich weis aber nicht ob es die richtige Entscheidung ist zu sagen ob ich lieber ein junge wäre

  • Rose

    Ich stelle mir bereits seit 2 Jahren die Frage, wer ich überhaupt bin (17). Ich hatte all die Jahre nie wirklich Probleme gehabt. Ich habe mich und mein Geschlecht akzeptiert, doch inzwischen fühle ich mich einfach nur noch unwohl. Es gibt Tage an denen ich mich wie eine weibliche Person fühle. Ich ziehe dann gerne Röcken, Kleider an und bin einfach ich. Aber seit längerer Zeit, habe ich ‚Phasen‘ in denen ich mein Geschlecht verachte. Ich kann beim umziehen meine Brüste nicht ertragen und stelle mir dann nur allzu oft vor, wie es wäre ein Mann zu sein. Mir gefällt es dann meist auch. Jedoch bin ich seit einigen Monaten nur noch ein nervliches Wrack. Ich weiß nicht wo ich hingehöre, meinem Bauchgefühl vertraue ich nicht und mit meinen Eltern kann ich nicht darüber reden. In diesem Moment, ist mir gerade wieder zum heulen zu mute. Ich weiß nicht wohin mit mir. Oft sitze ich einfach nur da und frage mich; bin ich lesbisch, bin ich transsexuell. Wer bin ich? Es verunsichert mich alles. Ich bin ein Mensch, der immer sofort auf alles eine Antwort brauch, doch diese kann ich nicht bekommen. Ich suche schon lange nach einer passenden, doch ich finde sie nicht und genau das macht mich unglaublich fertig.

  • chainsmoker

    Hallo, ich(36J.) bin mir nicht sicher ob ich Transsexuell bin oder mich „nur“ die Fantasie reizt. Fakt ist aber das ich seit ich denken kann, mich die meiste Zeit als Mädchen/Frau unwohl gefühlt habe/fühle. In meinen Fantasien bin ich zu 90% ein Mann und auch in der Pubertät hatte ich oft mehr das Gefühl ein Junge zu sein.
    Sexuell gesehen ist es so, das allein die Vorstellung das ich ein Mann bin, mich extrem mehr erregt.
    Dennoch bin ich sehr unsicher und ich weiß nicht mit wem ich darüber reden kann. Zudem kommt hinzu das ich Mutter zweier Mädchen bin (9J und 3J) und ich Angst hab die beiden damit negativ zu belasten, geschweige denn wie ich es ihnen erklären könnte.
    In den letzten 2 Jahren habe ich sehr intensiv darüber nachgedacht, wenn ich an grundlegende alltägliche Situationen denke, dann sehe ich mich automatisch eher als Mann und dann gibt es aber auch Momente wo ich als Frau auch wohl fühle. Diese sind jedoch sehr selten und fühlen sich recht unwirklich an. keine Ahnung was ich bin und was ich jetzt machen soll. Ich bin total verwirrt und der Kopf kommt nicht mehr zur Ruhe.

  • Nur ein Mensch

    Hi Leute,
    Ich denke schon längere Zeit ( bewusst) darüber nach ob ich denn psychisch ein Junge/ Mann sein könnte. Ich bin mir eigentlich sicher aber da ich als kleines Kind schon Kleider getragen und mit Puppen gespielt habe, kommen mir doch Zweifel. Kann mir einer helfen?
    Danke

  • Andrea (Thomas) Jannusch

    Ich möchte Frau sein und Geschlechter einer Frau sein. Ich bin unter sehr dominannten Eltern aufgewacksen . Mein ganzes bissherige Leben habe ich der Familie gewipmet. Mein empfinden hat sie nicht itressirt bzw . sie wollten es nicht wissen , weil ich anders bin, doch haben sie mich für ihre forteile ausgenutzt mich runter zu machen.

  • Anonym

    Hallo. Ich bin männlich (Alter egal) und Weiß nicht genaz ob männlich oder weiblich. Ich denke ich würde lieber weiblich sein. Da ich schminken cool finde, sehr gerne Kleider trag, lange Haare einfach nur geil sind und ich lange Nägel ganz hübsch finde. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, weil ich andererseits Auots total am abfeiern bin. Allerdings nur fahren. Rumschrauben find ich nicht so spannend. Außerdem stehe ich denke ich auf Mädchen (oder auf beides). Hier möchte ich nur nochmal anmerken, das ich der einzigste bin, der bis jetzt davon weiß. Traue mich nicht. Ich habe Angst mich einfach zum Deppen zu machen, indem ich sage ich will weiblich sein, und dann am nächsten Tag wieder männlich sein. Diese Unsicherheit ist einfach eine Qual für mich. Deshalb erhoffe ich mir hier Aufklärung… Bitte um eine Antwort. Gruß Anonym

    • Anonym

      Hierbei möchte ich noch anmerken, das ich als ich klein war oft Kleider getragen habe und Barbie im Fernsehen geguckt habe. Bin mir aber trotzdem sehr, sehr unsicher.

  • Sorem

    Also-
    Erstmal finde ich, dass der Text echt klasse geschrieben ist und das Thema super angeht.
    Ich bin 22 Jahre alt und denke gerade zum ersten Mal richtig über transsexualität nach.
    Bis jetzt bin ich immer zu dem Schluss gekommen, dass ich mich als weder noch fühle, aber in meinen Tagträumen bin ich männlich, und das auch schon seitdem ich 12 war.
    Als ich 15 war, hatte ich eine Phase, in der ich auch meine Brust angebunden habe, aber immer nur, wenn ich nicht raus gehen musste.
    Worüber ich immer noch stolpere ist, dass ich mich, trotz meinem Wunsch nach einem männlichen Erscheinungsbild, zu Männern hingezogen fühle, mich aber, so wie in meiner jetzigen Beziehung, unwohl in meinem Körper fühle – besonders wenn es um intime Dinge geht.
    Dies macht diese schwierige Entscheidung noch schwerer für mich, und an eine wirkliche Entscheidung ist noch lange nicht zu denken! Vor allem weil ich meine Weiblichkeit als solche nicht unbedingt abstoßend finde, ich kann meinen weiblichen Körper nur nicht ausstehen. Seit etwa drei Monaten trage ich meine Haare kurz und bevorzuge einen androgynen Kleidungstil und fühle mich sehr viel wohler und ehrlicher als vorher, trotzdem bin ich mir immer noch sehr unsicher.
    Was mir in dem Beitrag definitiv weitergeholfen hat ist die Aussage, das die oben genannten Klischees nicht unbedingt zutreffen müssen (ich mochte Kleider sehr gerne und finde sie immer noch schön, und mit Puppen habe ich auch sehr gerne gespielt, aber eben genau so gerne auch mit Lego und Drachen).
    Ich habe schon einiges recherchiert und bin immer wieder auf Aussagen der Art „10 Punkte an denen man merkt, daß man transexuell ist“ gestoßen,die mich immer noch weiter verunsichert haben, aber ich selber erlebe gerade, dass es nicht immer eine schwarz-weiß Situation ist!
    Auf jeden Fall danke ich dir für diesen tollen Beitrag mit echt guten Tipps und fühle mich nicht mehr ganz so verloren!

  • Frank

    Bin auf diese Seite gekommen. Weil mein Sohn mir vor einigen tagen sagte er sei transsexuell.. Für mich brach eine Welt zusammen und ich leide sehr darunter. Ich würde ihn niemals verstoßen aus diesem Grund.
    Nur versteh ich es nicht da er sich immer auch wie ein junge verhalten hat..
    Zwar ein sehr ruhiger junge aber das war er von Geburt an.
    Ich hoffe nur das alles gut werden wird und er seinen weg findet ich werde dabei behilflich sein auch wenn bei mir eine Welt zusammen bricht.

  • Pascal Joeris

    Hallo zusammen. Möchte mich kurz Vorstellen, ich bin Pascal und bin 30 Jahre.
    Ich bin als Mann geboren und lebe auch so bis heute, was mich mal mehr und mal weniger belastet. Bei mir fing es in jungen Jahren schon an. Ich merkte recht schnell, das ich mich “ auffällig “ für einen Jungen verhielt. Ich war immer sehr emotional. Hab mich nie so wirklich für Sport und all diese typischen jungssachen interessiert. Als ich noch jünger war, gab’s damit auch keine Probleme. Die kamen später. Mir gefiel mein Körper einfach nicht mehr. Fühlte mich total unwohl und hatte tierische Angst. Ich wusste garnicht was da passiert. Ich wurde dieser Rolle einfach nicht gerecht. Dann lernte ich eine Mann kennen. Ich fühlte mich viel besser konnte endlich so sein wie ich war. Zumindestens zum Teil. Denn ich war immer noch ein Mann, fühlte mich aber nicht mehr so. Aber naja meistens kommt es im Leben immer anders. Auf drängen meiner Eltern hin beendete ich alles. Und nahm meine alte so gehasste Rolle wieder ein. Suchte mir eine Frau und heiratete. Und naja bin zwar Glücklich und liebe meine Frau. Aber irgendwie ist es nicht das Leben, was ich mir für mich gewünscht hätte. Dieser Blog spricht mir aus der Seele. So gerne hätte ich den Mut um alles hinter mir zu lassen und auf mein Bauchgefühl zuhören.

  • Kim

    Wirklich toller Artikel. Hab mir auch wirklich alle Kommentare durchgelesen. Es war wirklich interessant mal Leute mit ähnlichen Problemen zu Lesen.

    Ich bin Kim (männlich) und 33 Jahre alt. Gut schon damals hab ich mich meisst weiblicher gegeben. das bestätigte mir sogar meine Mutter, die bisher als einzige davon weiß. Dennoch habe ich es meisst als „Phase“ abgetan. Versucht mich nicht weiter mit dem Thema zu belasten. Doch dann traf es mich plötzlich wie ein Schlag und der Gedanke schwindet nicht mehr. Um ehrlich zu sein ist es nicht leicht. Mein Bauch sagt mir das es die richtige Entscheidung wäre. Meine Fantasie geht mit mir durch. Ich stelle mich als Frau vor. Trage Frauen Klamotten, allerdings als Frau und es fühlt sich in meiner Fantasie richtig an eine Frau zu sein. Ich lasse meine Gedanken schon eine Weile spielen. Bin ich wirklich bereit dazu so einen Schritt zu wagen? Keine halben Sachen sonder komplett! Mein Bauch sagt mir dazu Ja, doch habe ich Angst davor wie meine Freundin reagieren wird. Alle anderen Menschen sind mir egal. Es ist mir egal ob sie mich am anfang schief angucken. Irgendwann würde ich auch gerne als SIE wahrgenommen werden. Doch weiß ich auch das der Weg weit ist.

  • Anonym

    Ich bin 17 und eigentlich war ich immer davon überzeugt weiblich zu sein doch in letzter Zeit naja weiß ich es nicht mehr es könnte eine Phase sein aber ich hab mich wie viele andere nie geschminkt das einzigst weibliche an mir war das ich Pferde als Kind geliebt hab und in letzter Zeit Merk ich immer mehr wie abstoßend ich mein Körper finde und wie schön es wäre wenn dieser männlich wäre immer wenn ich meine Tage bekomme fühl ich mich schrecklich und will das es sofort aufhört ich könnte dann nur noch weinen und fühl mich total schmutzig desto weniger ich mit dem Blut in kontakt komm desto besser denk ich immer denn das ist so weiblich naja und seit dem ich mit einem Freund schreibe der mir alles über die Ops zu einem Mann erzählt hat und alles über die Hormone macht es mir Angst und trotzdem denk ich wie schön das wäre und Neid flamt in mir auf ich weiß nicht was los ist ich hab auch ein Freund und bin bi ich denke mein Freund würde nie damit klar kommen und das komische ist auch das wenn ich ein Mann sein will das ich dann einfach auch mit einer Frau zsm sein will nur das ist für mich irgendwie richtig bzw würde sich richtig anfühlen naja was denkt ihr bitte um Hilfe auch wenn das geschriebene hier teilweise schon älter ist und ich bitte um Verzeihung bei Rechtschreibfehlern und den nicht vorhandenen satzzeichen

  • Touma

    Hey, ich fange gerade erst an mich bewusst mit dieser Frage auseinanderzusetzen. Ob ich denn jetzt männlich oder weiblich bin..
    Ich habe so gar niemanden mit dem ich mich darüber austauschen kann. Vielleicht liest das hier ja jemand der diese Phase schon hinter sich hat oder selbst gerade da struggled :x

  • Silke

    Hallo
    ich bin Mutter einer 22 j Tochter.
    Sie war von klein auf die totale Prinzessin. Sie ist recht klein, zierlich und wusste das auch immer gut einzusetzen. Sie hat seit Jahren wechselnde Männerbeziehungen. Wir sind alle sehr offen, da ich selber auch in der Jugend eine Zeitlang nicht wusste wer ich bin, wer ich sein möchte. Da sie sich real nicht wirklich Freundschaften aufbaut, schaut sie ständig wer im Internet bejubelt wird. Ist es ein Mädchen mit blonden Haaren, was viele like bekommt, muss ich sie umstylen. Sieht sie 3 Wochen später ein Mädchen mit anderer Frisur was hochgejubelt wird, will sie das auch. Jetzt hat sie seit einigen Wochen einen bi Kumpel. Letzte Woche hat sie noch über ihre Armbehaarung aufgeregt. Hat vor 14 Tagen noch Schminke gekauft. Sie ist etwas entwicklungsverzögert, und in vielen Dingen nicht wie 23. Seit dem sie den Kumpel hat der täglich da ist, versumpfen sie beide im Zimmer, zocken usw. Die Haare musste ich ihr ganz kurz schneiden, gepflegt wird sich null. Sie macht urplötzlich einen auf Junge. Vor ein paar Tagen eröffnete sie mir dann, sie sei Transsexuell, sie wär lieber ein Junge. Ich hab gesagt egal ob Prinz oder Prinzessin, du bist mein Kind. Sie meinte, also sie geht jetzt zackich zum Psychologen, dann müssen die Brüste weg, untenrum, ne das lässt sie so. Sie hat eh eine kleine Oberweite, vor kurzem wollte sie ihre Brüste noch vergrößern. 10 Jahre trägt sie Push- up BH s Tag und Nacht. Wie sollen wir mit ihr umgehen? Sie will als Junge behandelt werden, wenn ich wissen will wie sie sich das vorstellt, heißt es, naja wie ein Junge halt.
    Mittlerweile bin ich völlig irritiert und nervlich irgendwie überfordert was jetzt werden wird! Würde mich sehr über Antwort freuen.

    • Philipp Beitragsautor

      Hallo Silke,
      wie bei allem anderen, das nicht von außen diagnostiziert werden kann, können wir uns auch bei Transsexualität nur auf die Aussagen der betreffenden Personen verlassen. Du sprichst viele Punkte an, auf die ich im Rahmen dieser Kommentarfunktion aus verschiedenen Gründen nicht allzu tief eingehen möchte; allerdings biete ich auch persönliche Beratung für Angehörige an. Falls du daran Interesse hast, antworte mir hier oder schick mir eine kurze Mail oder WhatsApp (meine Kontaktdaten findest du unten oder auf der Kontaktseite).
      Alles Gute für dich und deine Tochter!
      Philipp

  • Alex

    Hi,
    ich bin 17 und mir ist seit ca. 2 Jahren bewusst, dass ich transgender bin. Ich hab mich bei paar Freunden schon geoutet, selbst die, die ich noch nicht so lange kenne, haben gesagt, dass es sie nicht sonderlich überrascht, dass ich eigentlich ein Mann bin.
    Auch eine psychologische bzw. psychiatrische Behandlung deswegen habe ich schon seit ca. 1 Jahr.
    Jedoch habe ich Angst, mich bei meiner Familie zu outen. Mein Vater hat zwar nichts gegen Schwule, oder Lesben, aber ich weiß nicht, wie er zu Transgendern steht. Mein Großvater ist extrem homo/transphob und meine Oma ist eigentlich total tolerant, jedoch hat sie zu mir gesagt, dass dies nur eine Phase ist.
    Ich fühle mich so schrecklich in meinem ekelhaften Körper und will einfach nur dort raus. (Ich habe auch das „wundervolle“, genetische „Glück“, übergroße Brüste zu haben, was mich nur noch mehr anekelt und mich sehr depremiert macht.)

  • Alex

    Hallo,
    ich habe mir in letzter Zeit sehr oft die Frage gestellt ob ich transsexuell bin. Mir haben schon viele gesagt das ich mich wie ein Junge verhalte und aussehe. Ich finde das super wenn mir Leute das sagen das ich wie ein Junge bin trotzdem bin ich mir nicht sicher ob es auch so ist. Also ich hasse meinen Körper und meine Brüste Binde ich auch jeden Tag ab, Kleider, Röcke und kurze Hosen trage ich nicht und auch so typische Mädchen Kleidung auch nicht in denen fühle ich mich unwohl. Könnte mir jemand helfen und sagen wie ich mir zu 101% sicher sein kann? Und mit meiner Familie und Freunden kann ich nicht reden die haben schon angedeutet das sie nicht wollen das ich ein Junge bin und sie wollen ein Mädchen und keinen Jungen. Bitte HILFE ich weiß nicht was ich tun soll…

    [Edit: doppelte Kommentare gelöscht]